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Kurzbericht über Grass und die Waffen-SS: Im einzigen Interview bisher (Wickerts Bücher) findet Grass nur "dürre Worte" über seine Erlebnisse in der Waffen-SS-Division Frundsberg; O-Ton Grass (aus Wickert-Interview): im Buch ("Beim Häuten der Zwiebel") stehe bereits alles, weitere Erklärungen blieben "hinter dem Buch zurück"; "Beim Häuten der Zwiebel" ist von Filmrissen und subjektiven Abschweifungen gekennzeichnet und vermittelt nur eine Ahnung davon, was wirklich passiert ist; Ausschnitt aus einer Wochenschau über die SS-Division Frundsberg und ihren Kommandeur Harmel; Fakten über die SS-Division Frundsberg: im März 1945 Gefechte der Frundsberg-Division mit polnischen und ukrainischen Truppen zwischen Sprengenberg und Bautzen; die Division ist inzwischen mit jungen, unerfahrenen Soldaten wie Günter Grass aufgefüllt worden; Gerhard Besier: zur Brutalisierung am Ende des Krieges gehörte es, dass es nichts Außergewöhnliches war, dass junge Soldaten in SS-Divisionen gesteckt wurden; Historiker Arnulf Baring: wirbt um Verständnis für Grass; ganze Generation von Grass wird mit traumatischen Erinnerungen nicht fertig; stimmt Frank Schirrmacher zu, der Grass' Generation als "eingeklemmt" in diese Vergangenheit beschreibt; Verdeckt Grass durch sein künstlerisches und politisches Engagement seine Vergangenheit? Grass wirft Kanzler Helmut Kohl 1985 bei dessen Besuch auf dem Soldatenfriedhof Bitburg, auf dem auch SS-Soldaten liegen, Verharmlosung der Schuld vor Arnulf Baring dazu: peinlich, dass Grass so über Altersgenossen urteilt; schamlose Äußerung von Grass Gerhard Besier: Grass konnte zu diesem Zeitpunkt, sogar schon Ende der 60er Jahre, schon nicht mehr zurück; Grass ist in eine Falle gelaufen, die er sich selber gestellt hatte; Grass hätte die Idealisierung der Waffen-SS durch seine konkreten Erlebnisse widerlegen können; wäre eine frühere "Beichte" von Grass angesichts immer noch aktiver rechter Kräfte wichtig gewesen? Gerhard Besier: hält diese Frage für "heuchlerisch", da es in dieser Gesellschaft keine Chance gebe, gegen "ungeschriebene Gesetze im öffentlichen Verhalten" zu verstoßen.
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Von Anfang an ist der 1924 in Danzig geborene Oskar Matzerath ein ungewöhnliches Kind. Und mit drei Jahren stellt er aus Protest gegen die Welt der Erwachsenen sein körperliches Wachstum ein. Dafür schlägt er mit Inbrunst die weißrote Kindertrommel, die ihm seine Mutter zu seinem dritten Geburtstag geschenkt hat. Trommelnd und als Schreihals mit unglaublicher Stimmkraft bekundet Oskar Matzerath fortan sein Missfallen an einem befremdlichen Treiben, dem er sich höhnisch verweigert. Volker Schlöndorffs mehrfach preisgekrönter Film entstand nach dem berühmten gleichnamigen Roman von Günter Grass und ist ein Panorama deutscher Vorkriegsgeschichte und der Kriegszeit; er erhielt als erster deutscher Spielfilm einen "Oscar". Anna (Tina Engel), eine junge Bäuerin aus der Kaschubei, kommt auf ungewöhnliche Weise zu Mann und Tochter. Später heiratet diese Tochter - Agnes (Angela Winkler) - dann die rheinische Frohnatur Alfred Matzerath (Mario Adorf) und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Doch Alfred ist nicht der einzige Mann in ihrem Leben, sie schenkt ihre Gunst auch ihrem Vetter Jan Bronski (Daniel Olbrychski). So sind beide Männer für die Vaterschaft in Betracht zu ziehen, als Oskar Matzerath (David Bennent) im Spätsommer 1924 geboren wird. Der ungewöhnliche Junge kann es kaum erwarten, drei Jahre alt zu werden, weil seine Mama ihm für diesen Geburtstag eine Blechtrommel versprochen hat. Andererseits missfällt ihm das Treiben der großen Leute so gründlich, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von Stund an keinen Fingerbreit mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert die vermeintliche Erklärung dafür; ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit erhobener Stimme Glas zu zersingen. Schreiend und trommelnd betätigt Gnom Oskar sich fortan als Störenfried in der ungeliebten Welt spießig-gefährlicher Erwachsener. Er bringt Nazi-Aufmärsche durcheinander und seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab. Er schwängert seine spätere Stiefmutter Maria (Katharina Thalbach) und umarmt die entzückende Liliputanerin Raguna (Mariella Oliveri). In einem Fronttheater am Atlantikwall produziert er sich als Artist; immer aber bleibt er dabei der höhnische Zwerg, der die Welt auf den Kopf stellt. Anders als der berühmte Roman aus dem Jahre 1959 endet dieses "sehr deutsche Fresko" (Schlöndorff) bei Kriegsende. Neben dem "Oscar" 1980 für den besten ausländischen Film erhielt "Die Blechtrommel" in Cannes die "Goldene Palme". Die internationale Kritik war vor allem fasziniert vom Spiel des jungen David Bennent, der - selbst wachstumsgestört - den unheimlichen Trommler Oskar verkörpert. Die Blechtrommel - Drama, D/F 1979. Länge: 140 Min. Darsteller: Mario Adorf (Alfred Matzerath), Angela Winkler (Agnes Matzerath), David Bennent (Oskar Matzerath), Daniel Olbrychski (Jan Bronski), Katharina Thalbach (Maria), Heinz Bennent (Gemüsehändler Greff), Fritz Hakl (Bebra), Mariella Oliveri (Roswitha Raguna), Tina Engel (Anna), Berta Drews (Oma Anna), Roland Teubner (Joseph Koljaiczek), Otto Sander (Musiker Meyn) Buch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz, beraten von Günter Grass Musik: Maurice Jarre Regie: Volker Schlöndorff
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O-Ton: Rede von Günter Grass über Ausländerdiskriminierung in Deutschland.
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Die Fusion der jahrhundertealten Gegensätze ist endlich gelungen! Harald Schmidt hat die Kultur und den Karneval, den Nobelpreisträger und den Nubbel zusammengebracht mit den Grass-Sessionshits. Ein Vorgehen, das eingehender Betrachtungen bedarf. Hier stimmen wir völlig mit einem anderen Nobelpreisträger überein, mit Thomas Mann, der in seinem Zauberberg schrieb: "Ohne Furcht vor dem Odium der Peinlichkeit neigen wir vielmehr der Ansicht zu, dass nur das Gründliche wahrhaft unterhaltend sei." 1. Grass wird massentauglich geschunkelt Mit einer Abwandlung kölschen Liedgutes versuchte Harald Schmidt Günter Grass herbeizusingen. "Wir sollten ihn so kölsch locken", sagte er. Ein Erfolg versprechender Lockversuch. Schließlich wurde Grass' Theaterstück "Onkel, Onkel" 1958 in Köln uraufgeführt. Hier besteht allerdings keine Verwandtschaft zur von Schmidt zitierten "Tante Jutta aus Kalkutta", einem Boulevard-Stück, das Schmidt in seinem Überschwang, möglichst viele deutsche Literaturnobelpreisträger in 30 Minuten zu erwähnen, fälschlicherweise Heinrich Böll zuschrieb. Es stammt jedoch von Max Reimann und Otto Schwartz. Mit den Grass-Sessionshits - "Und wenn et Blechtrömmelche jeht, dann stonn mer all parat", "Ich bin ene Matzerath, wat willste mache, ich han ene Nobelpreis und dunn järn laache" - fusionierten die Hochkultur und der Boulevard zu einer eingängigen, massentauglichen Einheit. Dabei greift Schmidt auch Lieder auf, die in ihrem Ansatz bereits ein kritisches Potenzial enthalten und somit über das Schunkeln hinaus weisen. Zum Beispiel das zitierte Lied "Mer losse d'r Dom in Kölle", in der Grass-Version "Wir holen den Grass noh Köllle, denn do jehüürt er hin": Es stammt von der Kölner Mundartgruppe "Bläck Fööss" und ist in seiner Kernaussage gegen die Stadtsanierung der siebziger Jahre gerichtet. 2. "Der ostelbische Kolben im Gesicht" In Anspielung auf ein Foto, das Günter Grass zeigte, sagte Harald Schmidt, dieser habe einen "ostelbischen Kolben im Gesicht". Er meinte damit die Pfeife, die ursprünglich jedoch nicht aus der "ostelbischen" Region stammt. Die ältesten bekannten Rauchgeräte stammen von der Insel der Marajo an der Amazonas-Mündung. Sie werden auf etwa 1500 v. Chr. datiert. Schmidt zielte mit der oben zitierten Umschreibung vielmehr auf die Herkunft des deutsch-kaschubischen Schriftstellers, der in Danzig geboren wurde.
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Feature mit Interview-Ausschnitten Mit Sonnenblumen, die ihn an seine Heimat Danzig erinnern sollen, wird Grass zum Literaturnobelpreis gratuliert; Grass: ist froh, dass er den Nobelpreis nicht früher bekommen hat; solch ein Preis könne eine Last sein, ein Stempel; Grass freut sich über den Preis, kann ihn aber auch mit einem "ironischen Zwinkern sehen"; Polen ist Teil von Grass' Schicksal und bleibt eine literarische Faszination für ihn; auf das Land und seine Einwohner blickt er unvoreingenommen; Grass: hat etwas gegen jede Form von Nationalismus; erinnert sich an ein Treffen deutscher und polnischer Intellektueller, bei dem man sich stritt, ob Kopernikus ein Deutscher oder ein Pole gewesen sei; Grass habe sich diesen "Unsinn" eine Weile angehört und dann angemerkt, dass sich beide irrten: Kopernikus sei Kaschube gewesen; er habe dann einen Ahnennachweis frei erfunden und plötzlich sowohl Polen als auch Deutsche gegen sich gehabt; Grass glaubt, dass Polen und Deutsche sich näher gekommen sind; auch über die Vertriebenenproblematik könne man heute offen sprechen; die Deutschen haben jedoch mit diesem Unrecht begonnen; als Grass zum ersten Mal 1958 nach Gdansk kam, um Spuren zu suchen, habe er sich am besten mit den Neu-Danzigern, mit den Flüchtlingen aus Wilna und Grodno verstanden, da man sich gegenseitig verstanden hat.
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Er schmiedete ein schwieriges Regierungsbündnis mit Stil und Geschick, aber den Umbruch der Gesellschaft im Zeichen von Vietnam, sexueller Revolution und NS-Debatten quittierte der konservative Gentleman an der Spitze des Staates mit Unverständnis. Kurt Georg Kiesinger war stilvoll und tiefsinnig, ein Schöngeist und Bildungsbürger par excellence im Regierungsamt. Sein Vermittlungstalent und seine Rednergabe - die ihm einst den Ruf als Adenauers "Parlamentsdegen" eintrug - prädestinierten ihn für die Herausforderungen seiner Amtszeit. Unter seiner Obhut fanden die einst verfehdeten Volksparteien zu einer großen Koalition zusammen, die ihre politischen Hausaufgaben mit Erfolg absolvierte. Und doch erschien einer reformhungrigen Protestbewegung diese Politik als Stillstand, der Kanzler als Auslaufmodell einer überholten Epoche. Der Kanzler - mit NS-Vergangenheit - schien trefflich ins Feindbild der Protestgeneration zu passen. Die Ohrfeige der jungen Frau wirkte für die Jugend, die gegen das Schweigen der Eltern revoltierte, wie ein Befreiungsschlag. Engste Mitarbeiter wie sein Regierungssprecher Günther Diehl oder der spätere Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel, politische Weggefährten aus unterschiedlichen Lagern wie Reiner Barzel oder Egon Bahr, aber auch Widersacher wie Günter Grass oder Beate Klarsfeld, die den Kanzler 1968 öffentlich ohrfeigte, kommen in diesem Film zu Wort. Aufnahmen aus dem Innenleben des Bonner Machtgefüges schildern den Kanzler im Zwiespalt mit der Zeit des Umbruchs. Quelle: http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/kurt_georg_kiesinger/235181?datum=2009-05-10
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Über ein Jahr lang waren Gereon Wetzel und Jörg Adolph immer wieder in der Göttinger Düsteren Straße 4, um das organisierte Chaos im Steidl Verlag zu filmen, das sich Arbeitsalltag nennt. Von der ersten Konzeptidee bis zum Layout und vom Lektorat bis zum Druck dokumentieren sie, was zum Büchermachen dazugehört. Sie begleiten Gerhard Steidl auf seinen Reisen zu Künstlern und Galerien nach New York und Mabou, Doha und Vancouver. Dabei porträtieren Wetzel und Adolph nicht allein den Verleger – vor allem sind sie mit ihrer Kamera ganz nah dabei, wenn Charaktere aufeinanderstoßen und kreative Prozesse stattfinden. (Aus der Info-Broschüre zur DVD, siehe auch: http://www.steidl.de/upload/default/Downloads/How_to_Make_a_Book_with_Steidl.pdf)
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Grass hält die Probleme am Golf durch Krieg nicht lösbar; die Waffentechnologie sei nur auf Zerstörung bedacht; den Vergleich des Irak mit Nazi-Deutschland bzw. Saddam Husseins mit Adolf Hitler hält Grass für einen "verdummenden Vergleich", der beide Diktatoren verharmlose; der Erste Weltkrieg und der Versailler Vertrag hätten Hitler Auftrieb gegeben; im Bereich der Dritten Welt würden ganz andere "Verletzungen" zum Tragen kommen; das Verhalten der Bundesregierung bewertet Grass als "katastrophal"; mit Wissen und teilweise mit Unterstützung (Hermes-Kredite) der Bundesregierung seien Waffen ins Krisengebiet geliefert worden; dies müsse eigentlich zu einem Rücktritt der Bundesregierung führen; einen Zusammenhang von Pazifismus und Anti-Amerikanismus sieht Grass nicht; Grass ist froh über die Reaktionen in der deutschen Bevölkerung, die offenbar gelernt habe, dass Kriege keine Probleme lösen können.
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Leonard Szmaglik pirscht durch die Straßen von Danzig. Die alte Hansestadt an der Ostsee - für den 74-jährigen ehemaligen Kranführer Stoff für eine lebenslange fotografische Leidenschaft. Die Werftarbeiterstreiks, die Besuche von Günter Grass in seiner Heimatstadt, den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt - Szmaglik hat alles auf Film gebannt. Fast eine Million Fotos sind es mittlerweile. In zwei alten Kleiderschränken seiner Ein-Zimmer-Wohnung bewahrt er sie auf. Das Bilderbuch folgt dem alten Mann auf seine Streifzüge und dokumentiert den Wandel der ehemals deutschen Stadt, die heute als Kulturhauptstadt Polens gilt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstörte Innenstadt wurde liebevoll restauriert, ein Prozess, der noch immer nicht abgeschlossen ist. Auf einem Baugerüst in 60 Meter Höhe flickt der Denkmalpfleger der Marienkirche Tomasz Korzeniowski zerbröselte Ziegelsteine. Eine Million Ziegel hat die größte Backsteinkirche der Welt, jeder zehnte muss restauriert werden - eine Sisyphosarbeit. Doch während der Erhalt der architektonischen Kostbarkeiten Danzigs im EU-Mitgliedsland Polen langfristig gesichert ist, plagen den Fotografen Leonard Szmaglik Sorgen um sein Archiv. "Was soll aus meinen Negativen werden, wenn ich nicht mehr bin?", fragt sich der alte Mann. Geld für eine sichere Aufbewahrung hat er nicht. Mit seiner kargen Rente kann der ehemalige Werftarbeiter nicht einmal die Reparatur seines defekten Elektroherds bezahlen. Quelle: http://www.prisma.de/fernsehen/sendung.html?cid=Ard&stime=2009-08-30%2013%3A45%3A00%2B02
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Grass über die geplante Reise nach Moskau, die auf Bitten des deutschen Botschafters nicht stattfinden soll: Grass liegt seit einiger Zeit eine Einladung des deutschen Botschafters in Moskau Ulrich Sahm vor, die Grass angenommen hatte; Grass hat nun ein Telegramm des Botschafters erhalten mit der Bitte, die Reise zu verschieben, da die Atmosphäre in Moskau nervös sei und der Botschafter befürchte, dass Aussagen von Grass dem Botschafter selbst zur Last gelegt werdne könnten; Grass empfindet die Empfehlung, die Reise zu verschieben, als Ausladung.
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